Ratgeber
HDDs haben als primäre Festspeicher in Computern ausgedient. Heutzutage gibt es mit SSDs eine deutlich schnellere Lösung, die für leistungsintensive Anwendungen mittlerweile unabdingbar ist.
Nicht nur Gamer und Gamerinnen profitieren von einem Solid-State-Drive mit hoher Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Auch Kreative, die ihren PC zur Video- oder für 3D-Grafikbearbeitung nutzen, sind darauf angewiesen.
Grundsätzlich ist ein moderner Flash-Speicher für rechenintensive Aufgaben sehr viel besser geeignet als eine magnetische Festplatte. Nicht nur was interne Datenträger betrifft, haben sich SSDs längst als das Non plus ultra etabliert.
Es gibt auch Modelle für den externen Einsatz, die der HDD-Alternative überlegen sind. Wie viel Leistung eine portable SSD liefert, hängt jedoch stark davon ab, welche kompatiblen Anschlüsse Ihr Computer hat.
Was es dahinzugehend zu beachten gilt, welchen Kriterien Sie bei der Geräteauswahl berücksichtigen sollten und was es sonst noch über externe SSDs zu wissen gibt, fassen wir in unserem Ratgeber zusammen.
Eine externe SSD ist ein tragbares Speichermedium, das auf Flash-Speichertechnologie basiert, um Daten elektronisch zu sichern. Anders als interne SSDs, die fest im Computer verbaut sind, schließen Sie externe SSDs an die Außenports Ihres Rechners an, genau wie Maus, Tastatur oder Webcam. Im übertragenen Sinne könnte man portable SSDs als die großen Geschwister von USB-Sticks bezeichnen, die ebenfalls Flash-Speicher sind. Zwar sind externe SSDs nicht ganz so kompakt, aber trotzdem handlich und leicht zu transportieren. Darüber hinaus ermöglichen sie es, größere Datenmengen von einem PC auf den anderen zu transferieren. ohne dass a) Sie die Daten auf einen Server hochladen oder b) sich beide Rechner im selben Netzwerk befinden müssen. Zudem sind externe SSDs eine komfortable Lösung, um die Gesamtspeicherkapazität eines Rechners zu erweitern, etwa wenn im Inneren kein Platz mehr für Festspeicher vorhanden ist.
Externe SSDs funktionieren genauso wie interne SSDs. In beiden Fällen handelt es sich um nichtflüchtigen Datenspeicher auf Basis von Halbleiterbauelementen.
Die Flash-Speicherchips einer SSD bestehen aus unzähligen kleinen Speicherzellen, die die Daten als elektrische Ladungen sichern.
Anders als bei flüchtigem Speicher (etwa dem Arbeitsspeicher in Computern) ist keine dauerhafte Stromversorgung notwendig, um die Daten permanent zu speichern.
Im Gegensatz zu HDDs haben SSDs keine beweglichen Teile. Dadurch sind sie unempfindlich gegen Erschütterungen, Stöße und Vibrationen.
Außerdem ermöglichen sie wesentlich kürzere Zugriffszeiten. Sie lesen und schreiben Daten sehr viel schneller als klassische Festplatten.
Je nach Gerät werden Dateien mit mehreren 100 oder sogar 1000 MB pro Sekunde geschrieben.
Bei externen Modellen hängt die tatsächliche Geschwindigkeit jedoch von dem verwendeten Kabel und PC-Port ab.
Die meisten externen SSDs nutzen die USB-Schnittstelle. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Geräten mit USB-A und Geräten mit USB-C, also den verschiedenen Stecker- beziehungsweise Anschlusstypen, und den Spezifikationen des Datenübertragungssystems: den Generationen USB 3.2 und USB4. Je moderner die USB-Version ist, desto schneller werden Daten vom Computer auf die SSD und umgekehrt übertragen. Neben externen USB-SSDs gibt es auch noch Modelle mit Thunderbolt (Version 3, 4 oder 5). Diese Schnittstelle nutzt Anschlüsse und Stecker, die kompatibel zu USB-C sind. Die besten Ergebnisse liefern USB4 (gibt es nur via USB-C) und Thunderbolt 5. Hat Ihr Computer keinen USB-C-Port, bietet er bestenfalls USB 3.2 Gen 2x1 (ehemals USB 3.1 Gen 2). In dem Fall wird die Geschwindigkeit der Datenübertragung auf die maximale Rate der älteren USB-Version limitiert.
Es besteht auch die Möglichkeit, eine NVMe-SSD extern zu nutzen. NVMe (NVM Express) ist ein Softwareprotokoll, das SSDs die Verbindung mit PCs via PCI Express ermöglicht. NVMe-SSDs werden normalerweise direkt in dafür vorgesehenen Slots auf Mainboards montiert. Alternativ gibt es externe NVMe-Gehäuse. Die SSD müssen Sie selbst dazu kaufen. Diese installieren Sie in dem Gehäuse, das Sie anschließend via USB oder Thunderbolt an den Rechner anschließen.
Nach Einsatzbereich
Externe SSDs können zur Speichererweiterung von Laptops, PCs oder Servern genutzt werden. Sie unterschieden sich im Wesentlichen in ihrer Leistung und ihrer Speicherkapazität.
Eigenschaft | Laptop | PC | Server |
---|---|---|---|
Kapazität | 500 GB bis 2 TB | 500 GB bis 4 TB | 4 TB bis > 16 TB |
Leistung | Standard | Hoch | Höchstleistung |
Robustheit | mobilitätsorientiert | alltagstauglich | robust |
Dauerbetrieb | gelegentlich | gelegentlich | dauerbetrieboptimiert |
Sicherheitsfeatures | basal bis erweitert | basal bis erweitert | umfassend |
Gut zu wissen: Einheitliche Formfaktoren wie bei internen SSDs (2,5 Zoll, M.2, mSATA, U.2) gibt es bei externen SSDs nicht. Das hat damit zu tun, dass sie nicht im Gehäuse oder auf dem Mainboard montiert werden und somit nicht in Slots passen müssen. Die meisten Geräte weisen aber eine Form und Größe auf, die ungefähr dem entspricht, wie interne 2,5-Zoll-SSDs aussehen.
Externe SSDs sind grundsätzlich sehr vielseitig einsetzbar und werden dementsprechend für verschiedene Zwecke genutzt.
Datensicherung
Externe SSDs eignen sich genauso wie HDDs dazu, Daten dauerhaft zu sichern. Sie müssen Backups von wichtigen Dateien erstellen und möchten diese nicht auf Ihrem PC speichern, sondern auf einem separaten Gerät? Dann ist eine externe SSD ideal. Aufgrund der hohen Lese- und Schreibgeschwindigkeit dauert das Anlegen eines Backups nicht so lange wie bei einer HDD. Zudem ist eine SSD robuster und somit zuverlässiger, da sie keine beweglichen Teile hat und somit unempfindlich gegen Stöße und Erschütterungen ist. Das kommt letztlich ihrer Lebensdauer zugute.
Mobile Datenspeicherung
Externe SSDs eignen sich aufgrund ihrer handlichen und kompakten Bauweise gut für die mobile Datenspeicherung. Im Vergleich zu USB-Sticks punkten sie mit einer höheren Speicherkapazität und bieten somit auch sehr großen Datenmengen Platz. Gleichzeitig bieten sie im Gegensatz zu portablen HDDs eine wesentlich höhere Geschwindigkeit. In jedem Fall ist es viel praktischer, eine externe SSD zu nutzen, statt Daten auf optische Datenträger (CDs, DVDs, Blu-rays) zu brennen, die deutlich weniger Speicherplatz aufweisen. Abgesehen davon haben moderne Computer oft gar kein optisches Laufwerk mehr.
Videobearbeitung und Grafikdesign
Externe SSDs eignen sich aufgrund ihrer hohen Arbeitsgeschwindigkeit gut, um den Speicherplatz eines Rechners zu erweitern. Wenn Sie im Bereich Videobearbeitung oder Grafikdesign tätig sind, können Sie darauf problemlos Rohdateien speichern und bearbeiten. Wichtig ist nur, Kabel und Port zu verwenden, die eine möglichst moderne Spezifikation haben. Eine SSD mit USB 3.2 an eine USB-2.0-Buchse anzuschließen, würde die Lese- und Schreibgeschwindigkeit stark limitieren. Die Transferrate wäre dann nämlich auf 60 MB pro Sekunde, die USB 2.0 maximal zu liefern imstande ist, begrenzt.
Pflege und Wartung sind entscheidend, um die Leistung einer portablen SSD aufrecht zu erhalten und eine lange Lebensdauer sicherzustellen. Halten Sie die Firmware stets auf dem aktuellen Stand und mindestens 10 bis 15 Prozent des Speicherplatzes frei. Wenn Sie eine SSD bis zum Maximum mit Daten füllen, kommt es zu Leistungseinbußen. Folgendes können Sie für eine dauerhaft gute Performance Ihrer SSD tun:
Formatierung
Läuft eine externe SSD nicht mehr so schnell wie am Anfang, können Sie sie formatieren. Bedenken Sie, dass dabei sämtliche Dateien gelöscht werden. Sichern Sie also zuvor alles Wichtige auf anderen Datenträgern.
Defragmentierung
Bei klassischen Festplatten wie HDDs ist eine Defragmentierung sinnvoll, um Suchzeiten zu verkürzen und die Leistung nach längerer Nutzung zu verbessern. Dabei werden große Dateien als zusammenhängende Bereiche neu angeordnet. Man spricht hier von Zügen. Von der Defragmentierung einer portablen SSD sollten Sie jedoch absehen. SSDs sind aufgrund ihrer Architektur darauf ausgelegt, mit Datenfragmenten zu arbeiten. Im Durchschnitt beträgt die Suchzeit 0,1 Millisekunden. Eine Defragmentierung würde hier zu keinem merklichen Leistungsschub führen, sie hätte sogar eher negative Folgen, denn der Vorgang verbraucht Schreibzyklen, die bei einer SSD begrenzt sind.
Kühlung
SSDs erzeugen nicht viel Wärme, doch wenn die Umgebungstemperatur sehr hoch ist, kann das ihre Leistung beeinträchtigen und die Lebensdauer verkürzen. Daher sollten Sie externe SSDs dort platzieren, wo eine gute Luftzirkulation herrscht und es keine direkte Sonneneinstrahlung gibt. Halten Sie die Geräte außerdem von Wärmequellen fern.
Beim Kauf einer externen SSD sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen.
Kapazität
Die Speicherkapazität ist eines der wichtigsten Kriterien. Wie viele GB oder TB Sie benötigen, hängt vom Verwendungszweck und den Dateien, die Sie darauf speichern möchten, ab. Soll der Datenträger den Speicherplatz Ihres Rechners erweitern, ist ein Modell mit möglichst hoher Kapazität (mehreren TB) sinnvoll. Gleiches gilt, wenn Sie mit großen Datenmengen oder hochauflösenden Dateien arbeiten. Benötigen Sie lediglich einen mobilen Datenspeicher für Dateien moderater Größe und Anzahl, können Sie Geld sparen, indem Sie eine SSD mit geringerer Kapazität wählen. Der Markt bietet viele Modelle mit weniger als 1 TB Speicher, die entsprechend günstig sind.
Geschwindigkeit
Je höher die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten einer externen SSD-Festplatte sind, desto schneller werden Dateien geladen, gespeichert, kopiert und verschoben. Gerade dann, wenn Sie oft mit großen Dateien wie Videos arbeiten, macht sich eine flotte SSD bezahlt. Die Bandbreite reicht von Geräten mit 400 bis 500 MB pro Sekunde bis hin zu Modellen, die mit mehr als 3000 MB pro Sekunde extreme Geschwindigkeiten beim Lesen und Schreiben erreichen. Mit dem Arbeitstempo steigt aber auch der Preis. Bedenken Sie, das die verwendete Schnittstelle beziehungsweise das Verbindungskabel und der Anschluss am Rechner einen großen Einfluss auf die Performance haben.
Robustheit
Wenn Sie eine externe SSD als mobilen Datenspeicher nutzen, sollte das Gehäuse möglichst robust sein. Gleichzeitig ist eine kompakte Bauweise wichtig, damit sich die SSD unkompliziert transportieren lässt. Immerhin sind alle externen SSDs deutlich kleiner und leichter als externe HDDs. Die Portabilität ist daher allgemein sehr hoch.
Ist das Verbindungskabel zu lang, kann das die Datenübertragungsrate beeinträchtigen. Je kürzer das Kabel ist, desto besser. Die empfohlene maximale Länge für USB 3.2 Gen 2x1 und 2x2 beträgt gerade mal einen Meter. Bei USB4 sind es sogar nur 0,8 Meter. Wenn der Einsatz eines Verlängerungskabels notwendig ist, achten Sie darauf, ein aktives Kabel mit eingebauter Verstärkung der Signale zu verwenden.
Kann ich meine Daten von einer HDD auf eine SSD übertragen?
Ja, das ist ohne Probleme möglich. Ob die HDD als externes Gerät an den Computer angeschlossen ist oder in dessen Gehäuse steckt, spielt dabei keine Rolle. Haben Sie die externe SSD an denselben Rechner angeschlossen, können Sie die Daten von einem auf den anderen Datenträger kopieren. Je nach Größe der Datenmenge kann der Transfer einige Zeit in Anspruch nehmen, da eine HDD eine deutlich geringere Lese- und Schreibgeschwindigkeit hat als eine SSD.
Wie schnell wird eine externe SSD warm?
Das hängt von der Arbeitslast und der Umgebungstemperatur ab. Generell hält sich die Hitzeentwicklung von externen SSD-Festplatten aber in Grenzen. Sofern sie ausreichend Abstand zu anderen Wärmequellen haben und eine ausreichende Luftzirkulation sichgestellt ist, besteht keine Gefahr, dass sie überhitzen.
Kann ich eine externe SSD verschlüsseln?
Manche externen SSDs bieten eine Hardware-Verschlüsselung. Es gibt aber auch Softwarelösungen. Nutzen Sie Windows in der Pro-, Enterprise- oder Education-Variante, haben Sie Zugriff auf BitLocker. Mit diesem Tool können Sie Datenträger vollständig verschlüsseln. Eine kostenlose Alternative für Windows Home ist VeraCrypt. Ist Ihr Computer ein Mac, steht Ihnen FileVault zur Verfügung.